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Sind Deos mit Aluminium gefährlich?

01. August 2014 · 21 Kommentare

Seit einiger Zeit wird vermehrt über mögliche Gesundheitsrisiken durch aluminiumhaltige Deos und Antitranspirantien spekuliert. Es herrscht viel Unsicherheit und Unwissen. Das fängt schon damit an, dass die Begrifflichkeiten „Deo“ und „Antitranspirant“ oft nicht eindeutig verwendet werden, obwohl es sich hier um verschiedenartige Produktarten handelt. Aber auch andere Halbwahrheiten und unrichtige Behauptungen heizen die Debatte an. Aufklärung tut Not.

Stefan Mulder, Leiter der CD Produktentwicklung, erklärt auf einfache Art und Weise die wichtigsten Zusammenhänge und beantwortet die wichtigsten Fragen:

 

Was ist der Unterschied zwischen einem Deo und einem Antitranspirant?

Mulder: Deodorants (kurz: Deo) gibt es in verschiedenen Applikationsformen wie zum Beispiel als Spray, Roll-on oder Pumpzerstäuber. Sie wirken vorrangig mit Alkohol (teilweise in Kombination mit zusätzlichen antibakteriellen Stoffen) und Duftstoffen. Durch die antibakterielle Wirkung des natürlichen Alkohols wird das Wachstum schweißzersetzender Bakterien gebremst und so unangenehmer Körpergeruch verhindert. Deos bewirken also, dass der Schweiß keinen Geruch entwickelt. Die Schweißmenge selber wird allerdings kaum reduziert, sodass Schweißflecken (Nässe) durchaus auftreten können. Neben der antibakteriellen Wirkung sorgen zugefügte Parfüms oder Duftstoffe dafür, dass eventuell doch auftretender Schweißgeruch effektiv überdeckt wird. Deos werden nach Bedarf aufgetragen, vorzugsweise nach dem Duschen, und haben in der Regel eine 24-Stunden-Wirkung.DEO-AEROSOL_WL

Antitranspirantien auf der anderen Seite gibt es ebenso in sämtlichen Applikationsformen wie etwa als Spray, Roll-on, Pumpzerstäuber oder Stick. Im Gegensatz zu Deos enthalten sie Aluminiumsalze (ACH), die die Schweißdrüsen verengen und somit die Schweißbildung im Achselbereich reduzieren. Wo also erst gar kein Schweiß fließt, kann auch nicht so schnell Geruch entstehen, denn die Bakterien verlieren durch die schweißreduzierende Wirkung des Aluminiums ihren Nährboden. Das Aluminium lagert sich oberflächlich in den Schweißdrüsen ab und baut sich erst über einen gewissen Zeitraum wieder ab, weshalb es nicht unbedingt täglich erneuert werden muss. Antitranspirantien werden am besten abends aufgetragen und nicht direkt nach der Achselrasur, weil derzeit nicht geklärt ist, ob und in welchen Mengen das Aluminium in den menschlichen Körper eindringen kann. Hierzu wird gerade eine Langzeitstudie auf europäischer Ebene gestartet, die aber noch ungefähr ein Jahr benötigt, bis Ergebnisse vorliegen.

Ohne AluminiumsalzeAchtung: Nicht alle Hersteller verwenden die Begriffe Deo und Antitranspirant korrekt, und es kann durchaus vorkommen, dass das Wort Deo auf dem Etikett oder der Flasche steht und doch Aluminium (ACH) im Produkt enthalten ist. Hier hilft nur ein Blick auf die Inhaltsstoffliste auf der Rückseite des Produkts. Aluminium steht in der Regel immer im oberen Bereich der Inhaltsstoffliste (INCI) und verbirgt sich hinter dem Begriff Aluminum Chlorohydrate. Einige Hersteller von echten Deos (ohne ACH) sind dazu übergegangen, dem Verbraucher die Orientierung zu erleichtern. Sie markieren ihre Deos auf der Vorderseite mit dem leicht verständlichen Hinweis „ohne Aluminium“ – so wie CD es auch seit einiger Zeit bei seinen Deos macht.

Daher ist schon der Titel dieses Artikels „Sind Deos mit Aluminium gefährlich?“ eigentlich nicht richtig gewählt, denn echte Deos enthalten generell kein Aluminium. Korrekterweise müsste dieser Artikel daher heißen: „Sind Antitranspirantien mit Aluminium gefährlich?“ – und damit wären wir beim Thema:

Welche möglichen Gesundheitsschäden werden mit aluminiumhaltigen Antitranspirantien in Verbindung gebracht?

Mulder: Aluminium/ACH als Wirkstoff wird in letzter Zeit immer häufiger mit Brustkrebs und Alzheimer-Demenz in Verbindung gebracht. Bisher sind solche Zusammenhänge aber nicht wissenschaftlich nachgewiesen.

Woher stammt dieser Verdacht, dass Aluminium Brustkrebs auslösen könnte?

Mulder: Es gibt Daten (vorrangig aus England), die belegen, dass Brustkrebspatientinnen mehr Aluminium im Brustgewebe einlagern. Wegen der räumlichen Nähe zwischen Achselhöhle und Brustdrüsen lag dann der Verdacht nahe, dass es hier einen Zusammenhang geben könnte. Ob das dort nachgewiesene Aluminium aber wirklich aus Antitranspirantien stammt, ist nicht klar. Über die Nahrung, in Alufolie verpackte Lebensmittel, einige Medikamente und selbst über das Trinkwasser werden in der Regel deutlich mehr Aluminiumsalze aufgenommen, als es mit Antitranspirantien der Fall zu sein scheint. Auch enthalten andere Körperpflegemittel wie einige Zahncremes, Lidschatten oder Lippenstifte oft Aluminiumverbindungen. Allerdings ist nicht klar, wie die kumulierte Wirkung von Aluminium auf den Körper wirkt. Die US-amerikanische Krebsgesellschaft (American Cancer Society) und auch das Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg bezweifeln zwar einen Zusammenhang, doch solange das nicht eindeutig bewiesen ist, wird zur Vorsicht geraten.

Wie sieht es mit der Datenlage zu Alzheimer-Demenz aus?

Mulder: Auch hier fehlen wissenschaftliche Belege. Es gibt zwar Anzeichen dafür, dass Aluminium in den Organismus eindringen kann und dort neurotoxische Effekte verursacht. Aber die wurden nur bei sehr hohen Dosierungen und nur in Tierversuchen nachgewiesen. Solche hohen Konzentrationen werden in Körperpflegemitteln nicht erreicht. Außerdem ist die Übertragung der Ergebnisse von Tierversuchen auf den Menschen in diesem Fall sehr schwierig und nicht unbedingt aussagekräftig.

Wie viel Aluminium vom Körper aufgenommen wird, hängt ja auch vom Hautzustand ab, richtig?

Mulder: Ja. Man sollte darauf achten, aluminiumhaltige Antitranspirantien nur auf gesunde, nicht gereizte Haut aufzutragen. Und nicht direkt nach der Rasur. Dann ist die Haut nämlich gereizt und kann Mikroverletzungen aufweisen, sodass Aluminium leichter eindringen kann. Ob ein Spray, Roll-on oder Deocreme/Stick verwendet wird, ist dabei nicht relevant.

Woher weiß ich, ob ich womöglich zu viel Aluminium in meinen Körper aufnehme, und wo es sich überall versteckt?

Mulder: Aluminium ist das dritthäufigste Element der Erdkruste. Aluminiumverbindungen kommen natürlicherweise im Trinkwasser sowie in Obst und Gemüse vor. Außerdem finden sie sich in manchen Zusatzstoffen von Lebensmitteln wieder, zum Beispiel in Farbstoffen, die zur Dekoration von Backwaren zugelassen sind. Auch von Aluminiumfolie oder -geschirr kann das Leichtmetall auf Nahrungsmittel übergehen.

Im Körperpflegebereich sind Aluminiumverbindungen nicht nur in Antitranspirantien, sondern unter anderem auch in manchen Zahnpasten, Lippenstiften oder Lidschatten enthalten. Zusätzlich werden Aluminiumsalze in Medikamenten gegen Sodbrennen sowie in einigen Impfstoffen eingesetzt.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA (European Food Safety Authority) hat bereits 2008 Grenzwerte für die wöchentliche Aufnahmemenge von Aluminium festgelegt. Die tatsächlichen Mengen, die mit der Nahrung in den Körper gelangen, sind allerdings nur schwer zu ermitteln. Noch mehr Unklarheit herrscht bei der Frage, wie viel Aluminium der Körper durch Körperpflegeprodukte zusätzlich über die Haut aufnimmt. Das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) fordert deswegen zu dieser Fragestellung dringend weitere Untersuchungen. Sicher ist auf jeden Fall, dass schon über kleinste Hautverletzungen größere Aluminiummengen als gewöhnlich in den Körper gelangen können. Das BfR empfiehlt daher, zumindest direkt nach einer Achselrasur auf aluminiumhaltige Antitranspirantien zu verzichten. Ob Aluminiumsalze das Risiko für Brustkrebs und Alzheimer wirklich erhöhen, ist wissenschaftlich also noch nicht endgültig entschieden.

Viele Deos und Antitranspirantien werben damit, dass sie keine Flecken auf der Kleidung verursachen. Welchen Zusammenhang gibt es hier?

Mulder: In der Regel ist es der Schweiß, der in Verbindung mit den Aluminiumsalzen, die in Antitranspirantien enthalten sind, reagiert und zu (meist gelben) Verfärbungen führt. Durch Zugabe von weiteren Zusatzstoffen wie z.B. Silikon versuchen die Hersteller dieser Antitranspirantien, dieses Fleckenproblem zu reduzieren. Komplett verhindern kann man es aber nicht. Das in Antitranspirantien enthaltene Aluminium ist beim Sprühen oft als „weißes Pulver“ oder „weißer Streifen“ auf dunkler Kleidung sichtbar. Auf heller Kleidung wandelt sich das Aluminium dann teilweise nach der Reaktion mit Schweiß in gelbliche Rückstände um.

Echte Deos auf der andere Seite enthalten gar kein Aluminium (ACH), und daher tritt dieses Fleckenproblem bei Deos gar nicht auf. Weder auf dunkler noch heller Kleidung.

Was ist das Fazit in der Aluminiumfrage?

Mulder: Die Aluminiumfrage entwickelt sich zur Glaubensfrage. Es gibt viele ungeklärte Aspekte, und die Verwirrung ist groß. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, greift zu Deos ohne Aluminiumsalze. Antitranspirantien mit Aluminium haben aber dennoch ihre Berechtigung, wenn man besonders stark schwitzt oder länger unterwegs ist. Wir empfehlen dann eine Anwendung von Deos und Antitranspirantien im Wechsel, sodass das Antitranspirant nicht täglich benutzt wird. Und die wichtigste Regel: kein Auftragen direkt nach der Rasur. Diese Regel gilt sowohl für Antitranspirantien, damit kein Aluminium über Mikroverletzungen in den Körper eindringt, wie auch für Deos, denn der in Deos enthaltene Alkohol kann kurz nach der Rasur zu einem brennenden Gefühl führen.

Welche aluminiumfreien Deos gibt es von CD?

Mulder: Die Marke CD bietet das wohl umfangreichste Deo-Sortiment am Markt an. Neben Deosprays bietet CD auch Roll-ons und Pumpzerstäuber in den Duftvarianten Wasserlilie, Granatapfel, Citrus/Lindenblüte , Orangenblüte, Große Freiheit und, ganz neu, das CD Deo Hautzart ohne Alkohol an. Speziell der Hautzart Deo Roll-on und der Deo Stick Wasserlilie eignen sich perfekt nach der Rasur, weil sie kein Alkohol enthalten. Alle diese Produkte auch klar auf der Vorderseite als Deos „ohne Aluminiumsalze“ gekennzeichnet, wie die beispielhaften Abbildungen unten zeigen.

 

Weitere Infos:

Das Bundesinstitut für Risikoforschung beantwortet in einem kleinen, informativen Film Verbraucherfragen zu Aluminium im Alltag. Ab der Minute 2.37 geht es dort speziell um Deos/Anti-Transpirantien.

Hier geht es zum Film: http://www.bfr.bund.de/en/aluminium_im_alltag___ein_gesundheitliches_risiko_-192905.html?current_page=1

 

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sina

8. March 2017 19:12 Uhr

Ich finde diese Seite echt nützlich und man kann sogar um die Inhaltsstoffe gut informieren das ist ein super Plus Punkt für mich. Und eure Produkte sind sogar natürlich.Echt toll

    CD Körperpflege

    10. March 2017 11:30 Uhr

    Das freut uns! Vielen Dank :)

Elsbeth S.

14. January 2017 12:29 Uhr

Guten Tag

Ich habe einen CD-Deo geschenkt bekommen und finde ihn super. Es interessieren mich auch die anderen CD-Pflegeprodukte. Leider weiss ich aber nicht wo ich diese kaufen kann in der Schweiz oder in Deutschland.

Ich danke Ihnen im Voraus für Ihre Antwort und verbleibe mit freundlichen Grüssen

Elsbeth S., CH

    CD Körperpflege

    17. January 2017 11:37 Uhr

    Vielen Dank für den sympathischen Kommentar! In der Schweiz werden CD-Produkte aktuell nicht verkauft. Grenznah findet man unsere Produkte in Deutschland bei Rossmann, DM, Müller, Edeka und Kaufland. Zum Teil haben diese Händler auch Onlineshops. Vielleicht liefern sie auch in die Schweiz. :-)
    Viele Grüße
    Das CD-Team

Nina

7. February 2016 21:41 Uhr

Wird in cd Produkten methylisothiazolinon verwendet?
Gruß Nina

Catharina

9. December 2015 15:24 Uhr

Liebes CD-Team,
wie Nina hätte ich auch gern ein Shampoo!
Gibt es eigentlich ein Deo von Ihnen, das parfumneutral ist?

Nina

12. November 2015 18:11 Uhr

Liebes CD Team! Es wäre soo toll wenn es auch ein Haarshampoo von CD geben würde!!!

Nadja

9. November 2015 17:05 Uhr

Hallo, bin super zufrieden mit den Cremes, Deo etc., zumal sie ohne Tierversuche sind. Es wäre schön, wenn es auch mal eine getönte Creme geben würde.

Claudia Thordsen

16. October 2015 22:32 Uhr

Finde diese Art von Transparenz vorbildlich. Ich nutue schon seit meiner Jugend Produkte von CD. Was ich allerdings schade finde ist, das die Werbung und die Produkte zuwenig auf Jugendliche abgestimmt sind. Ich kenne sehr viele junge Menschen die sehr bewusst mit dem Thema Tierschutz umgehen, das schließt auch Pflege und Kosmetikprodukte ein. Ich würde mich freuen, wenn Sie zukünftig mehr auf die Bedürfnisse und Wünsche auch der jungen Zielgruppe eingehen.

Sandra

1. October 2015 15:03 Uhr

Toller Artikel. Vielen Dank.
Bin erst vor kurzem wieder auf die Marke CD gestoßen, weil die Produkte tierversuchsfrei sind.
Habe bis jetzt das Deo und die Creme gekauft und bin 100 % zufrieden. Wäre echt toll, wenn es noch viel mehr Produkte von CD zu kaufen gäbe.

Andy

26. September 2015 20:32 Uhr

Wäre schön, wenn es von CD noch ein Shampoo geben würde, ohne Polyquaternium. :)

Rahman

22. August 2015 22:08 Uhr

Nehm auch schon lange CD Roller u.s.w.ist alles ganz toll . Vorallen ohne das Tiere leiden müssen . Danke macht weiter so

St.Moschner

16. August 2015 21:08 Uhr

Seit einiger Zeit verwende ich ausschließlich die Produkte von “CD”. Zuerst waren es nur die Deos, nach und nach habe ich dann auch Seifen, Duschen und nun die Gesichtspflegeserie probiert. Seitdem fühlt sich meine Haut entspannter an und Hautirritationen sind fast verschwunden. Der Artikel “Sind Deos mit Aluminium gefährlich?” ist verständlich und aufklärend. Auch mich überzeugt das Konzept von “CD”. Ich wünsche mir von “CD” noch viele neue Produkte.

Erika Pilch

14. July 2015 19:20 Uhr

Die Informationen waren sehr aufschlussreich.Danke!

J.Tönnießen

15. June 2015 22:58 Uhr

Ich gratuliere Ihnen zu einem sehr informativen Bericht zur Fragestellung um die Thematik Deo/Antitranspirant. Ihre Produkte kenne ich noch nicht; werde sie nun aber nutzen.

Hoff

3. June 2015 8:55 Uhr

Ein Lichtblick in all dem Wirrwarr von chemischem Zusätzen in Hautpflegeprodukten. Mich hat das Konzept von” CD” überzeugt. Überzeugt haben mich letztendlich auch die Produkte. Speziell die Deo’s als Spray und auch als Roller sowie dieHautcreme. Danke und macht weiter so.
E. Hoff

Klaus-Dieter Bessel

1. June 2015 22:57 Uhr

Ich muss mich der Kommentarschreiberin “Janne Boeger” vollinhaltlich anschließen. Warum gibt es von CD kein Deo OHNE Alkohol und Aluminiumsalze?

Janne Boeger

9. May 2015 20:35 Uhr

Hallo!
Ich benutze jetzt schon seid längerem ihre Produkte, vorzugsweise Deos, aber ich vermisse die Deos OHNE Alkohol, damit ich auch nach der Rasur welches auftragen kann. Leider wurden bereits zwei tolle Deos aus ihrem Sortiment genommen. Schade.
Gibt es von CD bald wieder ein Deo ohne Alkohol?
MfG., J. Boeger

    CD Körperpflege

    10. June 2015 14:50 Uhr

    Hallo Janne, wir haben eine gute Nachricht für dich. In 2-3 Wochen wird unser neuer Deo-Pflege-Stick ohne Alkohol im Handel erhältlich sein. Alle weitere Anregungen geben wir wie immer gerne an unsere Produktentwicklung weiter.