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Eine Welt ganz ohne Tierversuche?

16. Februar 2015 · 6 Kommentare
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Eine Welt ganz ohne Tierversuche?

Damit erst gar kein Missverständnis entsteht: Wir von CD sind grundsätzlich gegen Tierversuche und wir finden es grausam, was vielen Tieren in zahlreichen Laboren und Versuchsanstalten widerfährt – oftmals mit zweifelhafter Zielsetzung. Daher steht ja auch auf dem Rückseiten-Etikett eines jeden CD-Produktes:

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<h2>CD ENGAGIERT SICH GEGEN TIERVERSUCHE</h2>
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CD ENGAGIERT SICH GEGEN TIERVERSUCHE

Doch heißt das, dass man Tierversuche konsequent – ohne Ausnahme – kategorisch ablehnen sollte? Wir von CD haben bemerkt, dass es zu diesem Thema sehr viel Unwissen, Halbwissen und leider auch besonders viel falsches Wissen gibt. Daher möchten wir mit diesem Artikel helfen, ein wenig Aufklärung zu betreiben. Wir finden nämlich, dass jegliche Form von Extremismus falsch ist. Ob in der Politik, Religion oder eben bei der Einstellung zum Thema Tierversuche – eine sture, einseitige Sichtweise, die sich unverrückbar auf ein Urteil festlegt, ohne auch nur die Gegenseite anzuhören, führt in der Regel nicht zur Lösung eines Problems, sondern zur Verschärfung des Konfliktes und zur Verhärtung der Fronten. Wer glaubhaft seinen Standpunkt vertreten möchte, muss auch die Argumente der Gegenseite kennen (was nicht heißt, dass man sie auch akzeptieren muss).

Wer verstehen möchte, muss auch etwas aushalten können. Daher dieser Bericht.

Vorab etwas, das viele (noch) gar nicht wissen: Mit Inkrafttreten der neuen EU Kosmetikverordnung vom 11. Juli 2013 sind Tierversuche für Kosmetikprodukte in der EU verboten. Auch einzelne Rohstoffe (für Kosmetik) dürfen nicht mehr an Tieren getestet werden, wenn die Produkte in der EU vertrieben werden sollen. Deswegen ist es auch nicht (mehr) erlaubt, in der EU damit zu werben, dass ein Kosmetikprodukt nicht an Tieren getestet worden ist, denn es ist selbstverständlich, dass keine Tierversuche gemacht wurden – es ist ja gesetzlich verboten. Die Aussage „nicht an Tieren getestet“ ist damit neuerdings eine irreführende Aussage und ist daher auch nicht mehr erlaubt. „Nicht an Tieren getestet“ zu sein ist spätestens seit dem 11.7.2013 für Kosmetik eine Selbstverständlichkeit in der EU.

Die Marke CD schreibt schon seit Jahren auf seinen Verpackungen „CD engagiert sich gegen Tierversuche“, und das auch immer noch, selbst nachdem die neue Kosmetikverordnung vom Sommer 2013 herausgebracht wurde. Damit bezeugen wir nämlich nicht nur, dass unsere Produkte nicht an Tieren getestet wurden (wie oben beschrieben ist das sowieso gesetzlich verboten und somit eine Selbstverständlichkeit), sondern, dass wir von CD etwas gegen Tierversuche im Allgemeinen unternehmen, denn Tierversuche finden noch immer gesetzlich geregelt in vielen anderen Bereichen statt (Grundlagenforschung, Pharmazie, chemische Industrie…). Außerdem gibt es viele Marken der Kosmetikbranche, die global tätig sind und in einer Zwickmühle stecken, denn Länder wie China fordern noch häufig, dass Produkte, die nach China eingeführt werden, an Tieren getestet sein müssen. Für eine Marke wie CD, die nur in Europa vertrieben wird, ist es unter diesen Umständen natürlich recht einfach zu behaupten, dass wir tierversuchsfrei sind, denn wir exportieren sowieso nicht nach Asien. Wie sich andere Körperpflegemarken, die weltweit verkauft werden, entscheiden, möchten wir hier gar nicht beurteilen. Es hängen womöglich viele Arbeitsplätze an solchen Entscheidungen und es war und ist nie unser Anliegen mit dem Finger auf andere zu zeigen oder jemanden an den Pranger zu stellen. Fakt ist aber auch, dass die meisten Tierversuche gar nicht im Bereich Kosmetik/Körperpflege stattfinden, sondern in anderen Bereichen. Die Kosmetikindustrie wird/wurde hier unserer Meinung nach ein wenig benutzt von zahlreichen Interessensgruppen, die sich gegen Tierversuche einsetzen, um mit dem Thema an die breite Öffentlichkeit zu gelangen. Es ist nun mal so, dass fast jeder Bürger Duschgel, Creme und Shampoo benutzt und sich somit betroffen fühlt, wenn das Thema Tierversuche im Zusammenhang mit Kosmetik diskutiert wird. Dabei wird /wurde aber teilweise vergessen, dass Tierversuche auch bzw. vor allem in ganz anderen Bereichen wie z.B. in der Pharmaindustrie stattfanden und teilweise auch immer noch dort stattfinden. Ist die Pharmaindustrie also der Bösewicht? Das ist nicht so einfach zu beantworten. Man stelle sich einfach mal vor, man stünde kurz davor ein Medikament gegen Krebs zu erfinden, das hunderttausenden Menschen das Leben retten könnte. Wenn hierzu Tierversuche notwendig wären, weil einfach keine alternativen Methoden zur Verfügung stehen, dann wäre das womöglich ein ehrenwertes Ziel. Wer möchte sich das Recht herausnehmen tausenden von Menschen das Recht auf Heilung zu verwehren, um seinen Standpunkt zum Thema Tierversuche kategorisch durchzusetzen?

Das heißt aber lange noch nicht, dass man Tierversuche (selbst in so krassen Fällen wie z.B. der Krebsforschung) gutheißen muss. Denn natürlich ist es grausam, dass Tiere gequält werden.

Was also tun?

Unserer Meinung nach ist es am besten sich konkret damit zu beschäftigen, wo genau noch Tierversuche stattfinden, in welcher Anzahl und, warum diese Tests an Tieren gemacht werden. Außerdem ist es sehr wichtig zu verstehen, warum bei bestimmten Forschungsprojekten noch keine alternativen Testmethoden zum Einsatz kommen, um genau bestimmen zu können, welche alternativen Testmethoden erforscht werden sollten und wie die Prioritäten zu setzen sind. Es wäre auch bereits ein Fortschritt, wenn man bestehende Tiertestverfahren verbessert. „Verbessert“ heißt, dass zwar immer noch Tierversuche stattfinden, aber man für das gleiche Ergebnis insgesamt weniger Tiere über einen kürzeren Zeitraum benötigt. Ein kurzer Test mit wenigen Tieren ist zwar immer noch schlimm, aber besser als ein Test mit vielen Tieren, der über lange Zeit läuft.

Aus diesem Grund unterstützt CD die SET: Die Stiftung zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tierversuchen. Ein zentrales Thema dieser Stiftung ist das sogenannte 3R-Prinzip:

Bereits vor fünfzig Jahren schlugen zwei britische Forscher, der Zoologe Bill Russell und der Mikrobiologe Rex Burch, das Prinzip der „3R“ als Leitlinie vor, um Tierversuche bzw. das Leid der Versuchstiere zu vermeiden oder zu verringern:

  • Replacement: Ersatz von Tierversuchen durch tierversuchsfreie Verfahren
  • Reduction: Reduzierung der Zahl der notwendigen Tierversuche und der Menge der dafür eingesetzten Versuchstiere
  • Refinement: Verfeinerung und Verbesserung der Versuchsabläufe, so dass die Leiden der eingesetzten Versuchstiere gemindert und mehr sowie gezieltere Informationen aus Experimenten gewonnen werden

Diesem Konzept folgend, bemühen sich Gesetzgeber, Industrie, Forschung und Tierschutz um die Entwicklung und Etablierung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden im gesamten tierexperimentellen Spektrum. Die 3R-Forschung erstreckt sich vor allem auf drei Bereiche:

1. Gebiete, in denen Tierversuche gesetzlich vorgeschrieben sind, also beispielsweise die Zulassung von Medikamenten und chemischen          Stoffen oder die Routineprüfung von Impfstoffen
2. Die Entwicklung tierversuchsfreier Methoden für die Grundlagenforschung
3. Die Verwendung tierverbrauchsfreier Methoden in der Lehre
Wir von CD finden, dass dieser Ansatz des konstruktiven Auseinandersetzens mit dem Thema sehr viel mehr erreichen kann, als lauthals mit dem erhobenen Zeigefinger auf angebliche „Bösewichte“ zu zeigen.

Unser Fazit:

Informieren & Handeln statt meckern lautet die Devise. Es ist völlig unrealistisch, dass Tierversuche komplett über Nacht aufhören. Umso wichtiger ist es, dass wir schrittweise Verbesserungen herbeiführen. Das Langfrist-Ziel muss natürlich die vollständige Abschaffung aller Tierversuche sein. Das wird aber nur Schritt für Schritt möglich sein. Die Stiftung SET ist hier ein möglicher Weg. Wir finden es besonders gut, dass die Ergebnisse und Erkenntnisse, die diese Stiftung erarbeitet, nicht exklusiv nur einem bestimmten Unternehmen oder Industriezweig zur Verfügung gestellt werden, sondern der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden, damit alle davon profitieren – besonders die Tiere.

Wer Interesse an den Projekten der SET hat, oder sogar selber spenden möchte, kann sich hier näher informieren: www.stiftung-set.de.

 

Links zu Tierschutzorganisationen:

Stiftung SET

BMT: Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.

Bundesverband der Tierversuchsgegner/Menschen für Tierrechte e.V.

Bundesverband Tierschutz e.V.

Deutscher Tierschutzbund e.V.

ECEAE : Europäische Koalition zur Beendigung von Tierversuchen

EUROGROUP: European Federation of Animal Protection Organisations                                  




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16. Februar 2019 19:03 Uhr

Liebes CD-Team, ich finde es unbeschreiblich toll, dass Ihr die Tiere schützt und euch gegen Tierversuche einsetzt … 🙂 Danke 🙂

16. März 2017 20:34 Uhr

Ich finde den Artikel und Eure Bemühungen sehr gelungen.Natürlich muß langfristig das Ziel sein Tierversuche ganz zu vermeiden- aber auch der Verkehr von Fleisch ruft Tierleid hervor.Man kann nur Schritt für Schritt – in Form von Aufklärung- versuchen,den Menschen so zu sensibilisieren,daß er sein Kaufverhalten ändert und mehr nachdenkt. CD sollte ein Vorbild für viele andere Unternehmen sein, die immernoch meinen es geht nicht ohne.
Ich wünsche mir allerdings für die Zukunft noch mehr Produkte von Euch- gibt’s eigentlich schon Haarshampoo von CD ? Das wäre sehr schön. Und ein paar Produkte mit weniger Duftstoffen vielleicht….
Ansonsten finde ich Euch sehr gut

16. März 2017 13:53 Uhr

Danke für diesen interessanten Bericht und vor allem für Ihren Einsatz zu diesem Thema. Ihre Meinung, dass Tierversuche nicht über Nacht abgeschafft werden können teile ich, allerdings teile ich auch die Ansicht, dass Menschen und Tiere genetische unterschiedliche Genetische Voraussetzungen haben und aus dem Grund ein an Tieren getestes Medikament bei Menschen nicht immer zu Erfolg führt.
Ihre Arbeit ist aber dennoch sehr wichtig,denn nur ein etabliertes Markenuntwrnehmen, dass mit gutem Beispiel voran geht, hat die Chance andere mitzuziehen. In dem Sinne wäre es schön, wenn sie hier auch Ihre Erfolge und Weiterentwicklungen präsentieren würden. Dann kann vielleicht nach und nach etwas bewegt werden.

22. Juni 2016 21:57 Uhr

Ich finde es gut, dass Sie sich diesem Thema widmen und es ist ein Grund mehr für mich, dass ich Produkte von CD kaufe. Ich werde mir die Website der SET-Stiftung noch genauer ansehen und wahrscheinlich auch etwas spenden.

3. Februar 2016 10:33 Uhr

Da will sich wohl jemand besser darstellen als er wirklich ist.
Zu behaupten, dass ja mit Tierversuchen eventuell ein Mittel gegen Krebs gefunden werden kann und man diesem Fortschritt nicht im Wege stehen möchte ist einfach absurd. Mittlerweile ist bekannt, dass ganz viele Tests, die an Tieren gemacht wurden und einen positiven Effekt hatten, beim Menschen wirkungslos blieben. Ein Mensch ist eben doch eine andere Art Lebewesen, dessen Organismus anders reagiert als bei anderen Spezies. Wenn dann müsste man sich aussprechen für Versuche an Menschen, offensichtlich gibt es ja genug, die sich zur Verfügung stellen sobald die gezahlte Summe stimmt…da nimmt man schon mal die eine oder andere Verstümmelung bzw. eventuell eintretenden Tod in Kauf. Kranke Welt!!!

    2. September 2016 17:38 Uhr

    Wie im Text schon beschrieben, setzen wir uns dafür ein, dass alternative Testversuche verstärkt genutzt werden. Dennoch ist es nicht so einfach, Tierversuche von jetzt auf gleich in allen Forschungsebenen abzuschaffen. Für die Kosmetikindustrie in der EU ist es auf jeden Fall – spätestens seit Juli 2013 – verboten, Tierversuche einzusetzen. Wir werden uns weiterhin dafür engagieren, dass wir jeden Tag etwas näher an eine tierversuchsfreie Welt kommen.
    Liebe Grüße,
    dein CD Team