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TEIL 1: Was bedeutet eigentlich „vegan“?

23. März 2015 · Ein Kommentar
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TEIL 1: Was bedeutet eigentlich „vegan“?

Veganismus ist laut Wikipedia „eine aus dem Vegetarismus hervorgegangene Einstellung sowie Lebens- und Ernährungsweise. Vegan lebende Menschen meiden entweder zumindest alle Nahrungsmittel tierischen Ursprungs oder aber jegliche Nutzung von Tieren und tierische Produkte insgesamt. Ethisch motivierte Veganer achten zumeist auch bei Kleidung und anderen Gegenständen des Alltags darauf, dass diese frei von Tierprodukten und Tierversuchen sind.“

Dossier: Vegan

Hört sich eigentlich ganz einfach an, aber kann im Alltag eine ganz schöne Herausforderung darstellen, denn letztendlich verzichten strenge Veganer nicht nur komplett auf Lebensmittel tierischen Ursprungs. Ein strenger Veganer geht viel weiter als ein Vegetarier, der kein Fleisch isst. Ein Veganer verzichtet z.B. auch auf Honig, Milch, Quark oder Eier: Omas traditionelles Rührkuchen-Rezept muss dann schon mal radikal abgeändert werden. Aber auch in anderen Bereichen, außerhalb der Ernährung, sind viele Dinge plötzlich tabu: Lederschuhe und Ledertaschen, Ledergürtel, Daunenbetten, Wollpullover und viele andere Dinge, von denen man gar nicht ahnt, dass sie tierischen Ursprungs sein könnten, wie z.B. zahlreiche Schmier-, Farb- oder Klebstoffe.

Fakt ist, dass ein Veganer häufig nicht über Nacht vom „Normalo“ zum Voll-Veganer wird, sondern vielfach entwickelt sich so etwas über die Zeit. Oft startet man als sogenannter „Flexitarier“. Unter Flexitarismus versteht man salopp gesprochen „Freizeit-Vegetarier“, die zwar gern Fleisch essen, aber Fleisch in der Regel nur selten essen und häufiger ganz bewusst auf Fleisch zugunsten von Gemüse und Obst verzichten. Wenn sie aber doch Fleisch essen, dann oft in Bioqualität und sehr bewusst. Die nächste Stufe ist dann der Vegetarier, der komplett auf Fleisch verzichtet, aber dennoch andere Produkte, die vom Tier kommen – aber wofür keine Tiere getötet wurden – isst, wie z.B. Honig, Milch, Quark oder Eier. Wer also auch auf diese Nahrungsmittel verzichtet und darüberhinaus auch auf alles andere vom Tier (Leder, Federn, Wolle…), der ist ein strenger Veganer.

Als letzte Steigerungsform gibt es die Frutarier. Frutarier streben laut Wikipedia „eine Ernährung mit ausschließlich pflanzlichen Produkten an, die nicht die Beschädigung der Pflanze, von der sie stammen, zur Folge haben. Dazu gehören etwa Obst, Nüsse und Samen. Manche Frutarier verzehren nur Obst, das bereits vom Baum gefallen ist.“ Diese Lebensweise ist aber tatsächlich sehr extrem und kann sogar gesundheitsschädlich sein. Der wohl bekannteste Frutarier war Mahatma Gandhi. Nach fünf Jahren gab er die Diät wegen gesundheitlicher Probleme auf. Auch Steve Jobs sagte von sich, in den 70er Jahren frutaristisch gelebt zu haben.

Die Anzahl dieser oben genannten verschiedenen Gruppen beträgt aktuell laut letzten Schätzungen des Vereins Proveg in Deutschland ungefähr:

  • 38 Mio. Flexitarier
  • 8 Mio. Vegetarier
  • 1,3 Mio. Veganer
  • maximal einige hundert Frutarier

Wie man sieht, ist die Gruppe der Flexitarier riesig groß und diese Gruppe wächst auch enorm. Echte Vegetarier und Veganer werfen den Flexitarieren allerdings oft vor, dass sie nicht wirklich konsequent leben. Auf der anderen Seite muss man aber auch folgendes sehen: Wenn 38 Millionen Menschen zwar noch hin und wieder Fleisch essen, aber insgesamt sehr viel weniger und bewusster, dann bewirkt das womöglich sehr viel mehr als wenn 1,3 Millionen strenge Veganer überhaupt keine tierischen Produkte mehr verwenden. Wahr ist aber auch: Die Flexitarier kommen oft erst auf die Idee sich zeitweise bewusster zu ernähren, indem ihnen konsequente Veganer oder Vegetarier vorleben, was die Alternative ist. Die strengen Veganer und Vegetarier können daher als Speerspitze dieser Bewegung gesehen werden, die die große Masse der Bevölkerung Schritt für Schritt zu einer bewussteren Lebensweise bewegt. Es geht also weniger darum, ob eine bestimmte Lebensweise nun richtig oder falsch ist, sondern darum, dass man überhaupt anfängt einen ersten Schritt zu tun, seinen Konsum zu verändern ohne gleich in ein anderes Extrem umzuschlagen. Es geht darum Schritt für Schritt in verschiedenen Lebensbereichen den Konsum tierischer Produkte bewusst einzuschränken oder durch z.B. pflanzliche Alternativen zu ersetzen. Das kann z.B. ein vegetarischer Tag pro Woche sein, wo eben kein Schnitzel auf den Tisch kommt. Oder die Jutetasche, statt einer neuen Ledertasche. Oder eine Gesichtscreme ohne tierische Inhaltsstoffe.

Aus diesem Grund gibt es mittlerweile auch immer mehr Kosmetik- und Körperpflegeprodukte, die vegan sind. Während es im Ernährungsbereich nicht immer ganz so einfach ist konsequent auf tierische Bestandteile zu verzichten (man denke mal an Milch, Eier, Honig), so ist das in der Kosmetik oft gar nicht so schwierig.

In diesem Sinne: Erzählen wir euch im Teil 2 unserer veganen Themenreihe, was CD mit veganer Körperpflege gemein hat.

Zum Schluss ein Gedanke zum Thema „vegan sein oder nicht sein“ des Welt Vegan Magazins (Ausgabe 01.15): „Es beginnt mit Offenheit! Denn ohne Offenheit für die Haltung und Gedanken des Gegenübers ist echtes Verstehen kaum möglich.“




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22. April 2015 16:31 Uhr

nicht immer – aber immer öfter esse ich auch mal vegan. Oder zumindest vegetarisch. Man sollte es nicht so militant angehen, denn es soll ja auch Spass machen…..Schritt für Schritt in die richtige Richtung… 🙂
yummy, yummy